Wälder, Seen und Eisfelder - In den kanadischen Rocky Mountains

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Lake Moraine
Paradies der Wohnmobile - hier bei Lake Louise

Kanadas Westen. Natur „pur“. 

Schneebedeckte Bergriesen, zerklüftete Gletscher, türkis glänzende Seen und endlose Weiten – der Westen Kanadas fasziniert mit grandiosen Landschaftsszenerien und unvergessliche Naturerlebnissen. Die Rocky Mountains in Kanada sind dabei nur ein Beispiel für Kanadas Naturwunder. Sie entstanden durch die Kontinentaldrift, die vor 120 Millionen Jahren begann, und ziehen sich über 4.800 Kilometer durch Kanada und die Vereinigten Staaten. Die blühende Natur in den Frühjahrs- und Sommermonaten mit ihrer Pracht der Wälder und Wiesen, aber auch der Herbst mit seinen Farben des Indian Summer bildet vor der Kulisse der schneebedeckten Gipfel und glitzernden Gletscher der Rockies einen einzigartigen Kontrast.

 

Tower in Calgary

Calgary

1875 entstand Fort Calgary (gälisch = klare, fließendes Wasser) als Bollwerk gegen den Whiskey-Schmuggel über die Grenze und war bis 1914 in Betrieb. Alljährlich im Juli ist die Stadt mit Menschen in Cowboystiefeln und Stetson-Hüten bevölkert, die während der Stampede, dem größten Rodeo Nordamerikas, wilde Mustangs und Bullen reiten, Squaredance tanzen und eiskaltes Bier trinken.

Flaniermeile ist die Stephen Avenue Mall, in der sich unter Bäumen einige Restaurants, Läden und Kinos sowie Bänke zum Ausruhen befinden. Überdachte Gänge, wegen ihrer in Fuß gemessenen Höhe über den Straßen „Plus 15“ oder Skywalks genannt, mit über 30 verglasten Brücken verbinden die meisten Hochhäuser, so dass man auch im Winter trockenen Fußes seine Einkäufe erledigen kann.

In der kleinen Innenstadt erhebt sich der 190 Meter hohe Calgary Tower mit Aussichtsplattform in 160 Meter Höhe und drehbarem Restaurant. Im 3. Stock des Toronto Dominion Square erstrecken sich die Devonian Gardens, ein Paradies unter Glas mit 20.000 Pflanzen, Teichen, Brunnen und einem kleinen Wasserfall.

 

City Hall

Altes und neues Rathaus, Olympic Saddledome

Neben dem ehrwürdigen alten Rathaus, einem historischen orangefarbenen Sandsteinbau von 1911 mit Uhrturm und rotem Ziegeldach, erhebt sich die dreieckige neue City Hall (1986) mit gewaltigen Glasfassaden. Vor dieser blau schimmernden treppenförmigen Glaskulisse erstreckt sich die Olympic Plaza mit kleinen Brunnen in einem großen Teich und Sitzbänken unter schattigen Bäumen.

 

Olympic Saddledome

Das Olympic Saddledome, eine riesige, in Gestalt eines Sattels errichtete Eissporthalle, fast 20.000 Zuschauer und war 1988 Stätte der olympischen Eislaufwettbewerbe.

 

Im Heritage Park

Im sehenswerten Heritage Park wird das Leben in Kanada von 1914 dargestellt. Hierzu gehören die passenden Autos, eine Goldmine, ein Ölbohrturm, ein Militärfort, die unvermeidliche historische Eisenbahn, ein Heckraddampfer, ein Rundlokschuppen. Man kann den Handwerkern bei ihrer Arbeit zuschauen, beim Krämer einkaufen und so fast einen ganzen Tag im großräumigen Park zubringen.

 

Banff Springs Hotel

Banff

In den kanadischen Rocky Mountains befinden sich fünf Nationalparks, wobei vier miteinander verbundne sind – der Banff-Jasper, Kootenay und Yoho National Park. Das Städtchen Banff ist Ausgangspunkt unserer Erkundungsfahrt und war Ende des letzten Jahrhunderts noch ein unbedeutendes Nest. Erst als ein Dr. R.G. Brett dort ein Sanatorium Hotel bauen ließ, und die Canadian Pacific Railway das erste Banff Springs Hotel im Stil eines Loire-Schlosses errichtete, änderte sich dies. Heute ist das 1888 von der Canadian Pacific Railway errichtete Nachfolgebau, das schlossähnliche Banff Springs Hotel, mit 250 Zimmern das Wahrzeichen der Stadt.

 

Vermilion Lakes

Vermilion Lake
Westlich der Stadt liegen im Überschwemmungsgebiet des Bow River die drei Vermilion Lakes. In den Seen leben Biber, die viele Dämme angelegt haben, was verhindert, dass die Gewässer zu überwuchernden Schlammlöchern verkommen. Der sehr fischreiche Bow River entspringt dem Bow Lake, der vom Bow-Gletscher gespeist wird.

 

Castle Mountain

Bow River Valley und Banff National Park

Im Bow River Valley mit dem herausragenden Bergstock Castle Mountain, dessen Eisenhower Peak 2.728 Meter hoch ist, blühen im Sommer die Wildblumen, im Herbst sieht man lichten Nadelwald mit vielen goldglänzenden Laubbäumen als Farbtupfer.

 

Columbia Icefield

Der Banff National Park in der Provinz Alberta, mit dem Columbia Icefield, dem größten Eisfeld der kanadischen Rocky Mountains, ist Kanadas ältester und bekanntester Nationalpark. Das Eisfeld besitzt nicht nur acht große Gletscher, in seiner  Umgebung befinden sich auch einige der höchsten Berge in den Rocky Mountains. Es speist mehrere Flüsse, darunter den Athabasca River und den North Saskatschewan River.

 

Zwei der drei Gebirgszüge der zentralen Rocky Mountains (Front Range, Main Range, Western Range) durchziehen von Norden nach Süden den Nationalpark. Der Trans Canada Highway verläuft durch den Park und folgt dem Bow River bis Lake Louise.

 

Johnston Canyon

Im überaus reizvollen Bow River Valley befindet sich westlich von Banff der Johnston Canyon mit zwei Wasserfällen und sechs Quellen, die wegen ihrer blaugrünen Färbung den Namen Inkpots (Tintenfässer) erhielten. Der Weg beginnt am Parkplatz beim Johnston Creek und führt über Brücken und Stegen ein Kilometer bis zu den Lower Falls, einem 10 Meter hohen Wasserfall. Durch einen kleinen Tunnel kommt man bis ganz nahe ans Wasser heran. Nach weiteren fast drei Kilometern gelangt man zu den Upper Falls, die wesentlich beeindruckender aussehen und etwa 30 Meter hoch sind. Von dort führt ein steilerer, fast sechs Kilometer langer Weg zu den Ink Pots, die sehr schön in die Landschaft eingebettet sind und aus denen regelmäßig Blasen aufsteigen. Den Canyon sieht man am besten vom Johnston Canyon Trail aus.

 

Lake Louise

Lake Louise

Die Hauptsehenswürdigkeit des westlichen Gebirgszuges des Banff National Parks, Front Range genannt, ist der wie ein Jadestein an der Rückseite des Victoria Glacier liegende Lake Louise, benannt nach Prinzessin Louise Caroline Alberta, Tochter von Queen Victoria und Gemahlin des kanadischen Generalgouverneurs. Der kristallklare See schillert meist türkis- bis dunkelgrün. Die Farbe stammt von Steinmehl, das vom Schmelzwasser der Gletscher in den See gespült wird. Der Lake Louise ist umrahmt von vergletscherten Dreitausendern, am Ostufer steht das Fairmont Chateau Lake Louise mit traumhafter Aussicht auf die Gletscherkulisse.

 

Lake Agnes

Mirror Lake und Lake Agnes
Sehr beliebt ist eine Wanderung zum Plain of Six Glaciers Tea-House, einem rustikalen Café am Plain of the Six Glaciers oder der Bergweg durch den Wald mit sehr schöner Aussicht, der vorbei am kreisrunden Mirror Lake mit zwei bienenkorbförmigen Bergen (Little und Big Beehive) zum Lake Agnes Teahouse am Rand des malerisch gelegenen Lake Agnes führt. Von der Hütte gibt es einen Steinweg über Schutthänge zum 500 Meter höher gelegenen Great Beehive, einem Aussichtsberg zwischen Lake Agnes und Lake Louise. Die Ostseite des Lake Louise mit einer riesigen Gletschermoräne wird vom eleganten Fünf-Sterne-Hotel Château Lake Louise beherrscht.

 

Lake Moraine

Moraine Lake

Landschaftlich ähnlich schön gelegen wie der Lake Louise ist der häufig milchig-türkisfarbene Moraine Lake im „Valley of Ten Peaks“, überragt von 10 über 3.000 Meter hohen, vergletscherten Gipfeln der Wenkchenma Range. Die Berge in diesem Tal bestehen wie fast alle der Hauptbergkette der Rocky Mountains aus Quartzsandstein und Kalkstein. Abgelagert wurden die Sedimentschichten vor circa 600 Millionen Jahren auf dem Grund eines seichten Urmeeres, das sich westlich des damaligen Randes der nordamerikanischen Platte befand. Den Sandstein sieht man vor allem in den unteren Schichten der Berge. Er ist gut an seinem rötlich-orangen Ton zu erkennen; die oberen Berghänge zeigen das typische Grau der Kalksteinfelsen.

 

Consolation Lakes

Der Ausblick auf den Moraine Lake vom so genannten Rockpile ist eines der am häufigsten fotografierten Motive in Kanada und ist auf den älteren kanadischen 20-$-Scheinen abgebildet. Ein drei Kilometer langer Weg führt durch subalpinen Nadelwald zu den Consolation Lakes.

 

In den Rocky Mountains

Icefield Parkway

Der Icefield Parkway ist eine der schönsten Bergstraßen der Welt und führt durch die Berglandschaft  der kanadischen Rocky Mountains von Jasper nach Lake Louise. Die gesamte Strecke folgt nacheinander fünf Flussläufen – dem Bow River, Mistaya River, North Saskatchewan River, Sunwapta River und dem Athabasca River. Mehr als 100 Gletscher, türkisfarbene Seen, rauschende Wasserfälle und eisgepanzerte Berggipfel sind von der Straße aus zu sehen. Nebenstraßen führen zum Maligne Lake und dem tief eingeschnittenen Maligne Canyon, zum Mount Edith Cavell und den heißen Quellen von Miette Hot Springs. Die 230 Kilometer lange Schotterstraße entstand im Jahre 1939 als eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme während der ausklingenden Wirtschaftskrise und eröffnete die Rockies für den Tourismus. Ausgedehnte Nadelwälder erstrecken sich bis zu den Flanken der nahezu 3.500 Meter hohen Berge, die den Parkway säumen. Vom Icefield Parkway aus ist nur die vergletscherte Nordwand des Mount Athabasca und der Athabasca Glacier zu sehen,  der zwischen Snow Dome und Mount Athabasca aus 3000 Meter Höhe herabfließt und bis auf anderthalb Kilometer an die Straße herankommt. Er bildet den Rand des riesigen, bis zu 900 Meter dicken Eisfeldes, das von 11 der 22 höchsten Gipfel der kanadischen Rocky Mountains umgeben ist. Der direkte Zugang ist nur mit den speziellen Schneebussen möglich – eine der ungewöhnlichsten Verkehrsmittel.

 

Peyto Lake

Peyto Lake
Der von einer Endmoräne aufgestaute Peyto Lake ist nach dem Bergführer Bill Peyto benannt, der das Gebiet nach 1894 erforschte. Vor der Frühjahresschmelze noch dunkelblau, wird er mit zunehmendem Schmelzwasser immer heller, bis er im Sommer smaragdgrün schimmert.

 

Der Aussichtspunkt (Peyto Lake Viewpoint) auf den vom Schmelzwasser eines Gletschers gespeisten türkisblau leuchtenden See liegt 250 Meter über dem Mistaya Valley. Von hier genießt man auch ein Traumpanorama über das Peyto Glacier im Westen und das von steilen Bergen flankierte, sich nordwärts im Dunst verlierende Mistaya Valley.

 

Columbia Icefield

Columbia Icefield

Knapp 130 Kilometer nördlich des Lake Louise erreicht man das Columbia Icefield, das größte zusammenhängende Eisfeld in den Rocky Mountains. Acht Gletscherzungen gehen von hier nach allen Seiten aus. Das Schmelzwasser des Columbia Icefield ist das Herz der kontinentalen Wasserscheide. Während der Fraser/Columbia River bei Vancouver in den Pazifik mündet, fließt der North Saskatchewan River 3.000 Kilometer östlich in die Hudson Bay und damit in den Atlantik. Der Athabasca River endet als Mackenzie River im knapp 2.000 Kilometer nördlich gelegenen Eismeer.

 

Jasper

Der größte Nationalpark der Rockies – Jasper National Park

Größter Nationalpark in den kanadischen Rocky Mountains ist der Jasper National Park. Er wurde 1907 gegründet und hat seinen Namen von Jasper Hawes, der hier 1817 einen Handelsposten errichtete. Zwei der drei parallel laufenden Gebirgszüge werden vom Park eingeschlossen: im Osten verläuft die Front Range, im Westen die Main Range. Das breite Tal des Athabasca River, das diese Gebirge trennt, ist aus einem Faltenbruch hervorgegangen und wurde bereits 1811 von David Thompson von der Pelzhandelsgesellschaft North West Company entdeckt. Der eindrucksvollste Gipfel, der Mount Edith Cavell, ragt wie eine versteinerte Pyramide südlich der Stadt Jasper auf.

Die Stadt Jasper ging aus Fitzhugh hervor, Haltepunkt der Grand Trunk Railway, die mit der Canadian Pacific im Süden konkurrierte. 1813 baute der Pelzhändler Jasper Hawes am Ufer Brûle Lake am Osteingang des heutigen Parks das „Jasper House" und später ein provisorisches Hotel. 1913 erhielt der Ort offiziell die Bezeichnung Jasper.

 

Den besten Überblick auf die Umgebung erhält man vom Whistlers Mountain (2.181 m), wo die Jasper Tramway fast 1.000 m steil bergauf führt. Von der Bergstation bietet sich ein herrlicher Blick über die Stadt, die Täler von Athabasca und zahlreichen Seen und Berge. Ursprünglich wurde der Berg London Mountain genannt, nach einer Bergwerksgegend in der Nähe. 1965 wurde der Berg umbenannt, da die Assoziation mit dem Londoner Wetter dem Tourismus nicht förderlich war. Die Bezeichnung Whistler wurde wegen der dort heimischen Murmeltiere und ihrem charakteristischen Pfeifen gewählt.

 

Athabasca Falls

Die Athabasca Falls im Jasper Nationalpark sind eine quarzhaltige Sandsteinbarriere aus dem Präkambrium. Der Athabasca River stürzt über einen Felsvorsprung 23 Meter in einen schmalen Canyon. Die Fälle sind nicht wegen ihrer Höhe bekannt, sondern wegen der Kraft, mit der das Wasser durch den engen Spalt stürzt. Der rötliche Berg gegenüber ist der 600 Millionen Jahre alte Mount Kerkeslin. Der Athabasca River entspringt dem Columbia Icefield und ist der größte Fluss im Nationalpark. Auf der Suche nach einer Handelsroute entdeckte 1810 David Thompson diesen Wasserfall.

 

Maligne Lake

Maligne Lake

Der malerische Maligne Lake ist der zweitgrößte Gletschersee der Welt ist. Er hat seinen Namen vom Maligne River, der 1846 von dem französischen Missionar Pater de Smet so getauft wurde, weil er Probleme hatte (maligne =bösartig), ihn flussabwärts zu überqueren. Am Ufer des Sees leuchtet das rote Dach des Bootshauses mit der Kanuvermietung. Maligne Lake bietet eine Vielfalt an Aktivitäten für Besucher an. Der türkisfarbene See befindet sich am südlichen Ende einer traumhaft schönen Straße, die sich von Jasper zum Maligne Lake erstreckt und auf der man auf zahlreiche wilde Tiere treffen kann.

 

Spirit Island

 

Natürlich machen wir eine Bootsfahrt zum Südende des Gewässers, wobei wir die bekannten Ansichten „The Narrows“ und „Spirit Island“ passieren. Das mit Tannen bestandene Spirit Island ist eines der meistfotografierten Panoramen dieses Sees und läst sich wunderbar fotografieren.


Der Medicine Lake hat eine erhebliche Schwankung des Wasserstandes zu verzeichnen. Das Wasser fließt in ein weitverzweigtes System von Kalksteinhöhlen.

 

Landschaft bei Maligne Lake

Maligne Canyon
Der Maligne Canyon ist einer der schönsten Canyons des Felsengebirges. Durch die in den Kalksandstein 50 Meter tief eingegrabene Schlucht führt ein vier Kilometer langer naturkundlicher Wanderpfad. Sechs Brücken überspannen die enge Schlucht.

 

Mount Robson

Mount Robson

Westlich von Jasper führt der Yellowhead Highway über den Yellowhead Pass zum Mount Robson, dem höchsten und eindrucksvollsten Gipfel der Rockies, von den Indianern yuh-hai-has-hun genannt (Berg des spiralenförmigen Weges). Der Mount Robson wirkt deshalb so gigantisch, weil er kantig und unvermittelt fast senkrecht aufsteigt; meist versteckt er sich hinter dichten Wolken. Er erhielt seinen Namen nach John Robson, dem Premierminister (1889-92) der Provinz.

Der bereits 1886 gegründete Yoho National Park ist das nördlichste Schutzgebiet der Rocky Mountains und befindet sich bereits in der Provinz von British Columbia. Er erstreckt sich an der Westflanke der Rocky Mountains, leitet seinen Namen vom indianischen Wort für „Ehrfurcht" her und grenzt an den Banff National Park sowie an den Kootenay National Park. Der Highway 1 durchquert, von Banff kommend, den gesamten Park.

 

Takakkaw Falls

Takakkaw Falls
Die Takakkaw Falls, am Ende der 13 Kilometer langen Zufahrtsstraße zum Yoho Valley, gehören mit zu den höchsten Wasserfällen in Nordamerika. Hier springt Schmelzwasser des Daly Glacier über eine Felswand 384 Meter steil in die Tiefe. Dem Namen verdanken sie den Cree-Indianern mit der Bezeichnung für „wunderbar".

Der malerische, türkis schimmernde Emerald Lake am Fuße der vergletscherten President Range ist ein viel besuchtes Ausflugsziel mit einem Eisenbahnhotel, dessen Architektur mit dem Château Lake Louise wetteifert.

 

Prince George

Lockruf der Wildnis - der Nordwesten: Prince George und Smithers

Bereits 1774 begannen die Spanier, das Land zu erkunden. 1778 landete Captain James Cook auf Vancouver Island, und 1792 sandten die Briten Captain George Vancouver aus, die Küste zu kartographieren. Die Siedlungen im Norden von British Columbia bestehen aus kaum mehr als einer Tankstelle, einem Motel, einem Restaurant und einem Kramladen sowie einigen verloren wirkenden, verstreut liegenden Wohnhäusern. Dafür fressen sich die Motorsägen der Holzfäller immer weiter in die Wälder und hinterlassen riesige Wunden. Zellstofffabriken verpesten die Luft und vergiften das Wasser der Flüsse mit Chemikalien. Umweltschutz wird noch klein geschrieben in diesem riesigen Land, in dem jeder zweite Arbeitsplatz von der Holzindustrie abhängt. Eine Besonderheit während der Fahrt von Jasper nach Prince George ist die Überquerung der Zeitzone – die Uhr muss hier eine Stunde vorgestellt werden.

Das langweilige, moderne Holzfällerstädtchen Prince George ist immerhin das geschäftige Zentrum im Norden der Provinz British Columbia und dessen Verwaltungs- und Einkaufszentrum. Bereits 1793 kam Alexander Mackenzie an diesen Ort, ihm folgte 1806 Simon Fraser von der „North West Trading Company“, ein Jahr später wurde Fort George als Außenposten von Fort St. James an diesem Platz gegründet. Die Innenstadt besteht noch immer vorwiegend aus ein- und zweistöckigen Häusern im Western Stil.

Smithers wurde 1913 gegründet und nach Sir Alfred Waldron Smithers (1850-1924) benannt, dem Präsident der Grand Trunk Pacific Railway. Der Ort, „eine Stadt für alle Jahreszeiten“, liegt in einem breiten, sonnigen Tal am Fuße des Hudson Bay Mountain, inmitten einer Landschaft mit Seen, Feldern, Weiden und Wäldern, die auch „die kleine Schweiz“ genannt wird. Hier, wo sich zahlreiche Schweizer und deutsche Siedler niedergelassen haben, erblickt man die fliederfarbenen Spitzen der Coast Mountains. Die Häuser an der Main Street sind im Fachwerkstil gehalten, die Gehsteige mit roten Ziegeln belegt.

 

Hazelton Village, Kitwangcool Totem

Indianersiedlungen Hazelton und ‚Ksan Village
Das Tal des Skeena River ist uraltes Stammesland der Tsimshian-Indianer. In der Umgebung von Hazelton (in 'Ksan, Kitwanga und Kitwancool) kann man einige sehr schöne Totempfähle der Gitksan-Indianer besichtigen. Hazelton, eine Siedlung des 'Ksan-Stammes der Tsimshian-Indianer, liegt auf einer flachen Landzunge an der Mündung des Bulkley in den Skeena River. Das alte Hazelton (Old Town) mit seinen überdachten Gehsteigen und falschen Fassaden erinnert an eine Hollywood-Filmkulisse. Der erste Siedler war Thomas Hankin, der dem Ort den Namen nach den in dieser Region häufig anzutreffenden Haselnusssträuchern gab.

 

New Hazelton, K'san Indian Village

‚Ksan Historic Indian Village, in der Nähe von Hazelton, ist ein indianisches Freilichtmuseum mit kunstvoll geschnitzten Totempfählen In sieben original nachgebauten Langhäusern aus Zedernholz werden Aspekte der Indianer-Kultur dargestellt. Und in Kitwanga sind die Totempfähle in ihrer natürlichen Umgebung auf einem Feld zu sehen, wobei sich ein schöner Blick auf die Seven Sisters Mountains öffnet.

 

In Prince Rupert

Prince Rupert und Flug über die Coast Mountains

Die Hafenstadt Prince Rupert („gateway to the north") wurde 1906 von Charles Hays gegründet, dem Manager der Grand Trunk Pacific Railway. Die Stadt mit dem größten natürlichen Hafen der Nordwestküste, nahe der Mündung des Skeena River in den Pazifik auf der Insel Kaien Island gelegen, gilt als wirtschaftliches Zentrum der Yellowhead-Region und bekam ihren Namen von einem Cousin des englischen Königs Charles I., dem ersten Gouverneur der Hudson's Bay Company. Der Fährterminal ist Ausgangspunkt für die Fährschiffe durch die Inside Passage. Von der Waterfront kann man Bootsfahrten zur Walbeobachtung vor der Küste unternehmen. Im Zentrum der Stadt sind noch zahlreiche Gebäude aus der Gründerzeit erhalten. Frischer Heilbutt ist hier in jedem Lokal zu haben, denn die Ortschaft am Ende des Yellowhead Highway ist Heimathafen einer großen Fangflotte.

 

Die Coast Mountains beherrschen mit Mt. Hays (732 m) und Mt. Oldfield (575 m) das typisch wilde Küstenpanorama. Während eines Fluges kann man die atemberaubende Landschaft eindrucksvoll von oben genießen.

 

 

Bilder vom Flug über die Coast Mountains

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